Big Data – ich seh den Kunden vor lauter Daten nicht!

14 Mar

Wahrscheinlich haben Sie den Begriff  Big Data schon gehört oder gelesen? Klingt ein bisschen wie der technikverliebte Nachfolger von Big Brother. Das Schaffen von totaler Transparenz im Unternehmen spielt tatsächlich eine große Rolle. Je nachdem wem man glauben will handelt es sich bei Big Data entweder nur um ein neues Marketing-Buzzword oder aber den neuen Heilsbringer für Ihr Unternehmen.

Big Data

Doch was heißt Big Data eigentlich? 

Es gibt keine offizielle Definition für Big Data. Im Grunde genommen handelt es sich um die Erfassung, Speicherung und Echtzeit-Analyse sehr großer und komplexer Datenmengen aus allen Unternehmensbereichen. Zur Charakterisierung werden oft die sogenannten 3 V’s herangezogen: Die Datenmenge (Volume) ist deutlich umfangreicher, die Verschiedenheit (Variety) und Komplexität deutlich größer und die Geschwindigkeit (Velocity) mit der die Daten generiert werden, ist schneller als alles, was Unternehmen bisher gesehen haben (Vgl. Intel). Firmen sammeln heutzutage Unmengen an Daten (Klicks, Transaktionen etc.) aus unterschiedlichen Quellen (Online, Call Center, Shop etc.), die dann oft unstrukturiert in unterschiedlichen Datenformaten (Texte, Dokumente, Bilder) vorliegen. Moderne IT-Systeme und Analysesoftware erlauben es, diese Datenmengen heute quasi in Echtzeit zu analysieren.

Wie kann ich Big Data im Marketing nutzen?

  1. Die Echtzeitanalyse von Daten aus allen Unternehmensbereichen (Lagerbestände, Abverkäufe, Suche) kann z.B. zur Früherkennung von Trends, zur kontinuierlichen Optimierung des Angebotes eines Onlineshops und zur Steuerung von Marketingmaßnahmen genutzt werden.
  2. Darüber hinaus kann man deutlich detailliertere und genauere Kundensegmentierungen durchführen und darauf aufbauend auf diese Zielgruppe zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen entwickeln.
  3. Nutzungsdaten und Serviceberichte können wertvollen Input für die Entwicklung der nächsten Produkt- oder Servicegeneration liefern
  4. Managemententscheidungen können sich auch akkuratere und aktuellere Daten stützen

Was brauche ich, um Big Data nutzen zu können?

Im Moment wird das Thema primär als IT-Thema diskutiert und man könnte den Eindruck bekommen es würde reichen sich die richtige IT anzuschaffen und diese liefert dann alle Ergebnisse quasi auf Knopfdruck. Das ist falsch. Richtig ist, dass die IT-Industrie das Thema Big Data derzeit stark propagiert, um damit leistungsstarke Server und Analysesoftware zu verkaufen. Eine leistungsstarke IT (Server, Datenspeicher, Datenbanken / Data Warehouse, Analysesoftware etc.) ist natürlich die Grundvoraussetzung für die Nutzung von Big Data. Doch das allein bringt noch nicht viel. Die wirkliche Herausforderung kommt nicht auf den CIO sondern den Personalchef zu.

Denn was nützen uns all die schönen Daten, wenn wir vor lauter Bits und Bytes den Kunden nicht mehr sehen? Gesucht wird eine neue Generation von Datenexperten, die in der Lage sind, an der Schnittstelle zwischen Marketing, Business und IT zu arbeiten. Sie müssen die fürs Marketing bzw. Business relevanten Fragen stellen und die dafür geeigneten Analysemethoden auswählen. Sucht man z.B. nach neuen Kundensegmenten so muss man bei einer Vielzahl an Parametern nach Zusammenhängen suchen und Daten aus verschiedenen Quellen sinnvoll miteinander verknüpfen. Nur dann kann die Analysesoftware aus der riesigen Datenmenge auch sinnvolle Ergebnisse herausfiltern. Diese Ergebnisse gilt es dann auf Plausibilität zu prüfen und entsprechend zu interpretieren und zu bewerten bis man ein neues (interessantes) Kundensegment identifiziert hat. Big Data kann dafür wertvolle Hinweise liefern – doch der geschulte Experte muss die dafür notwendigen Datenbankabfragen definieren und die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen überführen: Wie kann man das neue Kundensegment beschreiben? Wie kann man das Segment ansprechen und welche neue Produkte/Dienstleistungen kann man für diese Kunden entwickeln? Erst dann wird aus Big Data auch Big Money. Doch diese Experten sind im Moment noch sehr rar. Deshalb sollten Sie sich erst auf die Suche nach einem Datenexperten machen bevor Sie Ihre IT für Big Data hochrüsten.

Autor: Christoph Grass

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  1. Sommerloch? Dann gehen Sie doch zur Digital Marketing Academy! | bubblebridge - July 22, 2013

    […] Joachim Graf (iBusiness): “Big Data – Muster erkennen und relevante Informationen […]

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